
Übernahme der Credit Suisse durch die UBS: Datum, Preis, Konten
Mitten in einer Bankenkrise griff die UBS im März 2023 ein, als die Credit Suisse vor dem Zusammenbruch stand. Was als Notlösung unter Regulierungsdruck begann, entwickelte sich zur größten Bankenfusion der Schweiz seit Jahrzehnten. Der Deal kostete die UBS nur 3 Milliarden Franken – doch die Integration von 1,2 Millionen Kunden dauerte Jahre und ist noch nicht vollständig abgeschlossen.
Kaufpreis: 3 Mrd. CHF · Vereinbarungsdatum: 19. März 2023 · Übernahmedatum: 12. Juni 2023 · Migration Kunden: Abgeschlossen
Kurzüberblick
- Übernahme am 12. Juni 2023 rechtlich abgeschlossen (FINMA Bericht)
- Kaufpreis von 3 Milliarden CHF durch Aktiendeal (Wikipedia)
- 1,2 Millionen Kunden weltweit migriert (Cash.ch)
- 19.03.2023: Vereinbarung angekündigt (Wikipedia)
- 12.06.2023: Rechtlicher Abschluss (Wikipedia)
- 01.07.2024: Rechtlicher Zusammenschluss (UBS Schweiz)
- 18.03.2026: Migration abgeschlossen (UBS offiziell)
- Vollständige Integration geplant bis Ende 2026 (UBS offiziell)
- Evaluierung der Too-Big-to-Fail-Regulierung läuft (Uni SG)
- Auswirkungen auf Kreditkonditionen für KMU bleiben umstritten (UBS offiziell)
Die folgende Tabelle fasst die zentralen Finanzdaten der Übernahme zusammen.
| Kennzahl | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Übernahmedatum | 12. Juni 2023 | FINMA |
| Kaufpreis | 3 Mrd. CHF | Wikipedia |
| Umtauschverhältnis | 22,48 CS für 1 UBS | Finance Magazin |
| SNB-Liquidität | 200 Mrd. CHF | Wikipedia |
| Bundesgarantie | 9 Mrd. CHF | Wikipedia |
| AT1-Abschreibung | 17 Mrd. USD | Wikipedia |
| Kundenanzahl migriert | 1,2 Millionen | Cash.ch |
| Verwaltetes Vermögen | Über 5 Bio. USD | Finance Magazin |
Wann wird Credit Suisse zu UBS?
Der Zeitplan der Übernahme erstreckte sich über mehrere Jahre. Die Vereinbarung zwischen UBS und Credit Suisse wurde am 19. März 2023 unter massivem Druck von Bundesrat, Schweizerischer Nationalbank (SNB) und Finanzmarktaufsicht (FINMA) getroffen. Der rechtliche Abschluss folgte am 12. Juni 2023.
Vereinbarung
Die UBS zahlte letztlich 3 Milliarden Schweizer Franken durch einen Aktiendeal. Das Umtauschverhältnis betrug 22,48 Credit-Suisse-Aktien für eine UBS-Aktie, was einem Wert von 0,76 Franken pro CS-Aktie entsprach. Zunächst hatte die UBS nur 0,25 Franken geboten, dann 0,50 Franken – der endgültige Preis lag damit deutlich über den ersten Geboten.
Abschluss der Übernahme
Der rechtliche Zusammenschluss erfolgte zum 1. Juli 2024. Zu diesem Zeitpunkt waren die Schweizer Einheiten beider Banken fusioniert. Die Migration der Credit-Suisse-Kunden auf UBS-Systeme wurde am 18. März 2026 weltweit abgeschlossen – mit 1,2 Millionen betroffenen Kunden eine der größten Datenmigrationen im europäischen Bankensektor.
Die Schweiz sicherte der UBS 200 Milliarden Franken Liquidität und eine Ausfallgarantie von bis zu 9 Milliarden Franken zu. Ohne diesen Staatseingriff wäre ein geordneter Deal nicht zustande gekommen.
Kundenmigration
Die Migration in Luxemburg und Hongkong war bereits im Oktober 2024 abgeschlossen. Japan und Singapur folgten bis Ende 2024. Die vermögenden Credit-Suisse-Kunden wurden wegen technischer Komplexität erst in Wellen zwischen Januar und März 2026 migriert. UBS-Konzernchef Sergio Ermotti bezeichnete die Integration als „eine der komplexesten Integrationen in der Geschichte des Bankwesens”.
Wie viel zahlte die UBS für die CS?
Der endgültige Kaufpreis von 3 Milliarden Schweizer Franken war das Ergebnis intensiver Verhandlungen unter extremem Zeitdruck. Zum Vergleich: Nur wenige Monate zuvor notierten CS-Aktien noch bei 1,86 Franken. Der endgültige Übernahmewert von 0,76 Franken pro Aktie spiegelte das Ausmaß der Vertrauenskrise wider.
Aktiendeal-Details
Die UBS übernahm Verluste bis zu 5 Milliarden Franken selbst (Finance Magazin). Das verwaltete Vermögen der neuen UBS überstieg nach dem Zusammenschluss 5 Billionen US-Dollar – ein Umstand, der die Debatte um Too-Big-to-Fail-Regulierung neu entfachte.
AT1-Anleihen der Credit Suisse im Volumen von 17 Milliarden US-Dollar wurden als wertlos abgeschrieben – ein in der Schweizer Bankengeschichte beispielloser Schritt, der internationale Investoren traf.
Gerichtsstreit um Wert
Aktionäre reichten am 14. August 2023 Klage gegen den Übernahmepreis ein. Der Ausgang dieses Verfahrens ist weiterhin offen. Die Bewertung, ob der Preis angemessen war, hängt davon ab, welche Verluste ohne staatliche Hilfe eingetreten wären.
Was passiert mit den Credit Suisse Konten?
Für Millionen Kunden weltweit änderte sich mit der Übernahme grundlegend, wie sie ihre Bankgeschäfte abwickeln. Die Migration auf UBS-Systeme verlief schrittweise und endete erst im März 2026.
Kontenmigration
Credit-Suisse-Konten wurden automatisch auf UBS-Konten umgestellt. In der Schweiz erfolgte die Hauptmigration am 15. Dezember 2024, als das Buchungszentrum integriert wurde (UBS offiziell). Die vollständige Migration aller Kunden weltweit – 1,2 Millionen insgesamt – meldete die UBS am 18. März 2026 als abgeschlossen.
Schließungen
Einige Credit-Suisse-Filialen wurden geschlossen, da die UBS ihr Filialnetz konsolidierte. Kunden wurden schriftlich über neue Zugangswege informiert. In der Schweiz blieben ausgewählte Standorte als UBS-Filialen erhalten.
Login und E-Banking
Alte Credit-Suisse-Login-Daten funktionieren nicht mehr für E-Banking. Kunden müssen sich über die UBS-Plattform registrieren. Bei Fragen steht die UBS-Kundenhotline zur Verfügung, die vormals getrennte Teams beider Banken zusammenführte.
Warum wurde die Credit Suisse von der UBS übernommen?
Die Credit Suisse stand im März 2023 vor dem Zusammenbruch – ausgelöst durch jahrelange Probleme mit riskanten Geschäften, Vertrauensverlust nach Skandalen und eine sich verschärfende Vertrauenskrise infolge der US-Bankenpleiten.
Hintergründe
Die CS verlor massiv an Vertrauen, als Gerüchte über Liquiditätsprobleme die Runde machten. Kapitalabflüsse beschleunigten sich dramatisch. Ohne Eingreifen wäre ein Konkurs unvermeidlich gewesen – mit unkalkulierbaren Folgen für das globale Finanzsystem.
Ein Zusammenbruch der Credit Suisse hätte systemische Risiken für den gesamten europäischen Finanzmarkt bedeutet. Die zweitgrößte Schweizer Bank war international vernetzt – ein Ausfall hätte Kettenreaktionen ausgelöst.
Systemrelevanz
Die Schweiz stellte der UBS umfangreiche Staatsgarantien bereit: 200 Milliarden Franken Liquidität und eine Ausfallgarantie von 9 Milliarden Franken. Ohne diese Sicherheiten hätte die UBS den Deal nicht eingegangen. Axel Lehmann, damaliger Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, nannte den Verkauf dennoch „das bestmögliche Ergebnis” unter den gegebenen Umständen.
Übernimmt die UBS die Credit Suisse?
Ja – die Übernahme ist längst abgeschlossen. Die Credit Suisse existiert als eigenständige Bank nicht mehr. Was bleibt, ist eine komplexe Integration, die noch bis Ende 2026 dauern wird.
Status
Rechtlich fusioniert sind beide Institute seit 1. Juli 2024. Die Marke Credit Suisse wurde ab März 2026 endgültig abgelöst. Weltweit wurden 1,2 Millionen Kunden auf UBS-Systeme migriert. In der Schweiz ist die Integration weitgehend abgeschlossen.
Internationale Aspekte
Die Übernahme hatte Auswirkungen auf alle Märkte, in denen beide Institute tätig waren. In Asien verlief die Integration unterschiedlich: Hongkong und Luxemburg waren bereits im Oktober 2024 umgestellt, Singapur und Japan folgten bis Ende 2024. Die vollständige globale Harmonisierung soll bis Ende 2026 erfolgen.
23 Prozent der befragten Swissmem-Unternehmen meldeten verschlechterte Kreditkonditionen nach der Übernahme (HSLU Hub). Für KMU in der Schweiz hat die Marktkonzentration spürbare Folgen – die UBS kontrolliert nun einen deutlich größten Anteil des heimischen Kreditgeschäfts. Die Marktkonzentration hat spürbare Folgen für KMU in der Schweiz, da die UBS nun einen deutlich grösseren Anteil des heimischen Kreditgeschäfts kontrolliert, was sich auch auf die Verfügbarkeit eines Waschmaschinen und Trockner Schrank auswirken kann.
Zeitstrahl der Übernahme
Fünf Daten markieren die wichtigsten Stationen der UBS-Credit-Suisse-Übernahme.
Die Zeitleiste zeigt den gesamten Ablauf von der Ankündigung bis zur geplanten vollständigen Integration.
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 19. März 2023 | Ankündigung der Übernahme | Wikipedia |
| 12. Juni 2023 | Rechtlicher Abschluss | FINMA |
| 1. Juli 2024 | Rechtlicher Zusammenschluss | UBS Schweiz |
| 18. März 2026 | Globale Kundenmigration abgeschlossen | UBS offiziell |
| Ende 2026 | Geplante vollständige Integration | UBS offiziell |
Bestätigt und ungeklärt
Die Faktenlage zur Übernahme ist insgesamt solide, doch einige Fragen bleiben offen.
Die folgende Gegenüberstellung ordnet bestätigte Tatsachen und weiterhin offene Punkte.
Bestätigte Fakten
- Übernahme abgeschlossen am 12. Juni 2023
- Kaufpreis von 3 Milliarden CHF
- 1,2 Millionen Kunden migriert
- Integration geplant bis Ende 2026
- 200 Milliarden CHF SNB-Liquidität bereitgestellt
- AT1-Anleihen von 17 Milliarden USD abgeschrieben
Was unklar bleibt
- Ausgang der Aktionärsklage
- Endgültige Synergiezahlen
- Genaues Volumen der Kapitalabflüsse vor Deal
- Stellenabbauziele erreicht oder verfehlt
- Langfristige Auswirkungen auf Schweizer Bankenmarkt
Die Kluft zwischen bestätigten Fakten und ungeklärten Punkten zeigt, dass die Übernahme trotz des formellen Abschlusses in vielen Dimensionen noch nachwirkt.
Stimmen zur Übernahme
„eine der komplexesten Integrationen in der Geschichte des Bankwesens”
— Sergio Ermotti, UBS-Konzernchef (Cash.ch)
„Das war das bestmögliche Ergebnis unter den gegebenen Umständen.”
— Axel Lehmann, ehemaliger Verwaltungsratspräsident Credit Suisse (Finance Magazin)
„Diese Übernahme ist für die UBS-Aktionäre attraktiv, aber was die Credit Suisse betrifft, so handelt es sich um eine Notlösung.”
— UBS-Vertreter (Finance Magazin)
Zusammenfassung
Die UBS sicherte sich die Credit Suisse im März 2023 für einen symbolischen Preis von 3 Milliarden Franken – doch die ierte Rechnung ging weit über den Kaufpreis hinaus. Der Schweizer Staat stellte über 200 Milliarden Franken an Liquidität und Garantien bereit, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Aktionäre und AT1-Anleihegläubiger verloren Milliarden. Drei Jahre nach der Ankündigung ist die Kundenmigration abgeschlossen, die vollständige Integration soll bis Ende 2026 dauern. Für Schweizer KMU hat die Konzentration des Kreditgeschäfts bei der UBS bereits spürbare Auswirkungen auf die Konditionen.
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die-privatbank.de, finanzen.ch, netzwoche.ch, handelszeitung.ch
Die abgeschlossene Migration von 1,2 Millionen Credit-Suisse-Kunden zu UBS, wie im Bericht zur E-Banking-Migration nachzulesen, rundet die Übernahme erfolgreich ab.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die UBS Credit Suisse Hotline?
Die UBS hat eine zentrale Kundenhotline eingerichtet, die ehemalige Credit-Suisse-Kunden betreut. Die Kontaktdaten sind auf der UBS-Website verfügbar.
Wie logge ich mich bei UBS Credit Suisse ein?
Alte Credit-Suisse-Login-Daten funktionieren nicht mehr. Kunden müssen sich über die UBS-E-Banking-Plattform mit neuen Zugangsdaten registrieren.
Warum verlassen so viele Berater die UBS?
Medienberichten zufolge haben nach der Übernahme mehrere hochrangige Berater die UBS verlassen. Die Integration beider Kulturen und Unsicherheit über die Zukunft des vermögenden Kundengeschäfts gelten als Gründe.
Wird die UBS ihr Stellenabbauziel verfehlen?
Offizielle Zahlen zum aktuellen Stand des Stellenabbaus sind nicht vollständig öffentlich. Die Integration dauert länger als ursprünglich geplant.
Übernimmt die UBS das Kreditgeschäft in der Schweiz?
Ja – mit der Fusion hat die UBS ihre dominante Stellung im Schweizer Kreditgeschäft weiter ausgebaut. Laut einer HSLU-Umfrage berichten 23 Prozent der befragten Swissmem-Unternehmen von verschlechterten Konditionen.
Was bedeutet Credit Suisse Pleite?
Die Credit Suisse ist nicht pleitegegangen, sondern wurde übernommen. Eine Insolvenz wurde durch den Verkauf an die UBS verhindert – mit massiver staatlicher Unterstützung.
Gibt es Auswirkungen auf UBS-Aktie?
Die UBS-Aktie zeigte sich nach der Übernahme zunächst volatil. Langfristig könnte die Integration Synergien bringen – oder durch Integrationskosten belasten.